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Der
"circulus vitiosus" der demokratisch-pluralistisch ausgerichteten
"sozialen" Marktwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland
Als Rohstoff-armes Land war (und ist auch fürderhin) Deutschland
in hohem Maße exportabhängig. Dies bedingt eine möglichst
hohe Produktivität und eine auf dem Welt-markt möglichst
konkurrenzarme Fertigungstiefe hochwertiger Produkte, was wiederum
einen hohen Ausbildungsstand der Arbeitnehmer - speziell in hochtechnischen
Teilberei-chen und speziellen Marktnischen (High-Tech-Produktion)
- sowie eine intelligente Vernetzung dafür benötigter
Parameter - Logistik, Infrastruktur, Transport- und Kommunikationswesen
- voraussetzt. Darüber hinaus ist hierbei vonnöten, daß
ein dem vergleichbares Land technologisch immer auf dem neuesten
Stand der Entwicklung bleibt.
Abgesehen davon, daß die Bundesrepublik in einer Reihe heute
besonders gefragter Technologien (z.B. Gentechnik) bereits den Anschluß
verpaßt hat (in anderen, z .B. der Umwelttechnologie, ist
Deutschland weltweit führend), wären diese o.g. grundsätzlichen
Parameter eigentlich gegeben. Deutschland liegt geopolitisch und
klimatisch ausnehmend günstig. Transport-, Logistik- und Informationswesen
sind (noch) in der Spitze der Industrienationen zu finden, gleiches
gilt für den Ausbildungsstand sowohl der Arbeitnehmer als auch
der selbständig Tätigen, wie auch - wenngleich bereits
eingeschränkt - für das Bildungswesen, den Universitätsstandard
und die Bereiche Forschung und Entwicklung, wenngleich gerade die
beiden letztgenannten Bereiche unter einem spezifisch deutschen
"Phänomen" zu leiden haben; während nämlich
in anderen Ländern "technische" Alliancen - auch
branchenübergreifend - gebildet werden, kochen bundesdeutsche
Unternehmen immer noch lieber ihr eigenes "Süppchen"
- in hohem Maße subventioniert aus Fördermitteln der
öffentlichen Hand.
Auf das - ebenfalls besonders typisch deutsche - Phänomen langer
Genehmigungszeiten und hoher Auflagen sowie die Tatsache, daß
allein dadurch bereits der größte Teil des Mittelstandes
wirtschaftlich, zeitlich und technisch von vornherein ausgegrenzt
wird, sei hier nur - einmal mehr - kurz hingewiesen.
Deutschland ist ein außerordentlich reiches Land und konnte
es sich - perfiderweise "begünstigt" durch einen
völligen Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg - leisten, von
den Früchten des Wiederaufbaus ("Wirtschaftswunder")
zu leben. Bundesdeutsche Löhne und Sozialleistungen zählen
zu den weltweit höchsten. Bzgl. der Feier- und Urlaubstage
wird Deutschland nur von wenigen Ländern erreicht, und die
absoluten Arbeitsstunden in Deutschland zählen zu den weltweit
niedrigsten.
Bereits seit Mitte der 50er Jahre entstand im Herzen Europas ein
sozial- und wirtschafts-politisches Paradies. Das kriegswunde Land
blühte - vom Fleiß seiner Bevölkerung und ausländischen
Arbeitskräften getragen - binnen wenig mehr als einer Generation
zu Europas Führungsmacht auf, und auch der Wechsel vom vornehmlichen
Agrarland zu einer führenden Industrienation vollzog sich binnen
dreier Jahrzehnte in von aller Welt beneideter Weise.
Man schöpfte gerne und besten Mutes aus dem Vollen und schrieb
den Aufschwung gedanklich fort. Die Staatsverschuldung blieb bis
Mitte der 70er Jahre auf international niedrigem Niveau - daran
konnte auch die erste Ölkrise zu Beginn der 70er Jahre nichts
ändern -, mehrte den persönlichen Reichtum und der Deutsche
genoß die Spätfolgen des Wirtschaftswunders "made
in Germany".
Leider schlichen sich jedoch - nur von wenigen erkannt - häßliche
Fehler ins System ein - mißliche Folge einer Verwöhnung,
die satt und zufrieden, unaufmerksam und träge macht:...
- Es wurden keine Reserven gebildet
- Das bundesdeutsche Parteiensystem
- Aushöhlung der Staatsfinanzen
- Die Krise kam auf leisen Sohlen
- Das "Schlüsselerlebnis"
Wiedervereinigung
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