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Was wären die Folgen einer derartigen
Besteuerung auf "Konsum" und "Besitz"?
1. Eine gerechtere Besteuerung, da jeder nach dem Grade der Befriedigung
seiner Wünsche der Gemeinschaft Entgelt zur Wahrung der ihr
übertragenen und von ihr zu erfüllenden Aufgaben zur Verfügung
stellt. Wer sich mehr leisten will, gibt dafür auch mehr an
die Sozialgemeinschaft ab.
2. Durch den Wegfall sämtlicher Subventionen würde ein
heute bestehendes soziales Ungleichgewicht mit allen darin enthaltenen
Ungerechtigkeiten abgebaut.
3. Der "schlanke" und auf seine wirklichen Aufgaben reduzierte
Sozialstaat könnte sich auf die Unterstützung derer beschränken,
die es wirklich nötig haben: Arme, Kranke, sozial Schwache.
4. Die Vorsorge für Krankheit und Alter ginge grundsätzlich
wieder in den Verantwor-tungsbereich des einzelnen über. Eigeninitiative
und Leistung würden wieder honoriert, den "Parasiten"
unseres Sozialnetzes würde zugunsten der wirklich Bedürftigen
eine sozial-gerechte Absage erteilt und die Soziallasten für
künftige Generationen wieder tragbar gestaltet.
5. Der Einsatz finanzieller Mittel, der Erwerb und der Aufbau von
Unternehmungen würde wieder rentierlich und wirtschaftlich
überschaubar. Die durch dieses Steuer-system "arbeitslos"
werdenden etwa drei Millionen Verwaltungsangestellte und -beamte
wären ohne Probleme im Markt unterzubringen, sofern ehrlicher
Arbeitswille besteht. Zudem würde sich der Stamm der wirklich
nicht arbeitsfähigen und älteren Beamten und öff.-recht.
Bediensteten nach dem Anciennitätsprinzip auf natürlichem
Wege allmählich immer weiter reduzieren. Die Tatsache, daß
wir heute - weltweit einzigartig - mehr öffentlich-rechtlich
Bedienstete als Selbständige in diesem Lande haben, darf kein
Argument dafür sein, diese in nicht mehr tragbarer Weise bis
zum Eintritt ins Rentenalter durchzufüttern und geschätzt
etwa 1,5 Millionen sinn-lose Arbeitsplätze zu erhalten.
Jeder Volkswirtschaftler wird nach den heute vorliegenden Daten
(Bruttosozialprodukt, Kosten der Einzeletats von Bund, Ländern
und Gemeinden, Alterspyramide und Soziallasten - siehe Grafik auf
Seite 32) sehr schnell selbst nach-rechnen können, daß
die unter A. erläuterten Konsumsteuersätze weit mehr erbräch-ten,
als an Kosten für einen derart "abgespeckten" Staat
notwendig wären. Mit ande-ren Worten: Die unter A. skizzierten
Steuersätze erbrächten noch genügend
"Spielmasse", um die bisher aufgebauten "Altlasten"
- dazu gehören auch bisher erworbene Rentenanwartschaften,
Pensionen und Versorgungszusagen - zu gewähr-leisten. In dem
Maße, in dem diese auf natürlichem Wege abgebaut werden,
könnten auch die Mehrwertsteuersätze (b) bis d)) suksessive
abgesenkt werden.
6. Die durch entfallende Steuern und Sozialabgaben entstehende
Senkung der Produk-tions- und Dienstleistungskosten, sowie das sinkende
Unternehmerrisiko, schüfen neue, dauerhafte Arbeitsplätze.
Die Preise für sämtliche Produkte und Dienstleistun-gen
sänken zwischen 35 und 80 % - je nach Kategorie. Jede Motivation
zur "Aussiedlung" von Produktionsstätten ins Ausland
und für den "Transfer" von Gewinnen in steuergünstigere
Länder entfiele damit. Die internationale Wettbe-werbsfähigkeit
Deutschlands stiege gewaltig, die Arbeitslosigkeit sänke sehr
rasch - innerhalb von fünf Jahren könnten geschätzt
vier Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Daneben würde durch ein derartiges Steuersystem - Deutschland
würde damit zu einem Niedrigst-Steuerland - Kapital in mehrstelliger
Milliardenhöhe angelockt. Es wäre - u.a. auch wieder für
Deutsche - höchst attraktiv, in einen derart neu-"definierten"
Wirtschaftsstandort Deutschland wieder zu investieren.
7. Private Kranken- und Altersversorgungsunternehmen arbeiten nicht
nach dem "Solidaritätsprinzip", sondern nach dem
"Individualprinzip", sind also erheblich billiger. Wohin
uns die pseudo-soziale Gleichmacherei geführt hat, zeigt uns
im Osten die Utopie des "realen" Sozialismus' und beweisen
im Westen vor allem die völlig aus dem Ruder gelaufenen Kosten
der Gesetzlichen Sozialversicherung. Der typische "Wasserkopf"
staatlich und öffentlich-rechtlicher Betriebe entfiele. Beispielsweise
erwirtschaftet eine private Lebensversicherung aus DM 1.000 einge-legter
Beiträge bei gleicher Anlagedauer 7-18 mal mehr (je nach Eintrittsalter
und Laufzeit) als die staatliche Rentenversicherung, die keine Gewinne
in einem Deckungsstock ansammeln kann, da sie nur nach dem "Durchlaufprinzip"
arbeitet.
8. Der "graue Kapitalmarkt", Steuerflucht und -hinterziehung,
Schwarzgeldanlagen und Schwarzarbeit gehörten ebenso der Vergangenheit
an, wie die volkswirtschaftlich unsäglich schädliche "Abschreibungszunft".
Zu prüfen wäre, ob durch eine "lex per noctem"
die Einlösung von Coupons sowie die Veräußerung
von Tafelpapieren nur noch unter Nachweis der steuerlichen Besit-zerschaft
erfolgen sollte. Durch diesen sicherlich zwanghaften Eingriff -
moralisch im Sinne der Gerechtigkeit völlig legitimiert - wäre
das Defizit der Bundesrepublik über Nacht völlig abzubauen.
Zur Reprivatisierung staatlich geführter Betriebe: Eindeutig
bewiesen ist, daß viele staatliche Unternehmungen (Krankenhäuser,
Müllhalden, Gärtnereien, Molkerei-betriebe, Schlachthöfe,
Arbeitsvermittlung etc.) privat wesentlich effizienter und billiger
geführt werden könnten.
Die ständige "Flickschusterei" - bei der nach dem
Prinzip des gestopften Sockens mühsam ein (steuer-)rechtliches
Problem gelöst wird, wodurch jedoch an mehreren ande-ren Stellen
wieder Löcher aufgerissen und Ungerechtigkeiten provoziert
werden - wäre ein für alle mal beseitigt. Der Bürger
hätte - ob angestellt oder selbständig tätig - nach-vollziehbare
Klarheit, was wiederum dazu beitrüge, das Vertrauen in den
Gesetzgeber und die Steuergerechtigkeit herzustellen, das uns Allen
bereits vor langer Zeit abhanden gekommen ist.
Das Heer der sich-selbst-verwaltenden Beamten und öffentlich
Bediensteten würde drastisch reduziert. Deutschland ist inzwischen
der verbeamtetste Staat der Welt, d.h. bei der "Zuwachsrate"
öffentlich-rechtlich Bediensteter stünden wir spätestens
im Jahr 2017 tatsächlich vor der Situation, daß auf jeden
Bundesbürger ein ihn verwaltender Beamter / ö.r. Bediensteter
käme.
Daß dieses System eine wirkliche "Verschlankung"
des Staates und seiner "Filialen" mit sich brächte,
leuchtet ein. Gleichzeitig würde jedoch der Wirtschaftsstandort
Deutschland fast "über Nacht" wieder paradisisch
interessant, womit dem derzeit größten Problem - dem
Heer der Arbeitslosen - effektiv Paroli geboten werden könnte.
Daß - hier sprenge ich sicherlich die Vorstellungskraft der
meisten Politiker - damit auch die psychologische Situation für
Millionen Menschen binnen kurzem verbessert werden könnte,
das Gesundheitswesen (gleich in vielfacher Hinsicht) entlastet würde
und die Arbeitsbereitschaft und -freude enorm wüchse, sich
das Sozialverhalten verbessern, die Drogen-, Alkohol- und Kriminalitätsrate
- vor allem unter Jugendlichen - bereits kurz-fristig drastisch
abgebaut werden dürfte und damit insgesamt Deutschland eine
neue Perspektive für die nächsten Jahrzehnte gewönne,
müßte jedem klar werden, der sich die Zeit nimmt, darüber
ernsthaft nachzudenken.
Wer an der detaillierten Ausarbeitung interessiert ist, kann das
komplette "Plädoyer für ein neues Steuer- und Wirtschaftskonzept"
gegen eine Schutzgebühr von DM 20,- bei der Zentrale des DBSFS
oder den uns angeschlossenen Finanz- und Vermögensberatern
beziehen.
Das Problem: Dem Gros unserer Politstrategen müssen schon
bei dem Gedanken, ihren Wählern das gesamte Ausmaß eigener
Verantwortungslosigkeit und Inkompetenz einge-stehen zu sollen,
die Haare zu Berge stehen. Wie sollen sie dem "lieben Wähler"
erklä-ren, was sie selbst nicht begreifen? Die meisten Abgeordneten
könnten gar nicht überle-ben, wenn ihre "Schäflein"
aufwachten und die richtigen Fragen stellten ...
Völlig aus dem Ruder ...
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1989
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1990
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1991
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1992
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1993
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1994
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1995
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1996
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Steueraufkommen bei Selbständigen/
Gewerbetreibenden und Körperschaften
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100
|
102
|
105
|
101
|
97
|
92
|
87
|
83
|
|
Abgabenquote
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100
|
96
|
100
|
101
|
103
|
103
|
109
|
109
|
|
Staatsverbrauch
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100
|
101
|
107
|
109
|
112
|
112
|
112
|
111
|
|
Wachstum BIP*
|
100
|
106
|
111
|
113
|
112
|
115
|
118
|
118
|
|
Inflationsrate
|
100
|
105
|
109
|
117
|
122
|
126
|
128
|
130
|
|
Steuereinnahmen (Bund)
|
100
|
105
|
129
|
143
|
144
|
153
|
149
|
141
|
|
ESt-Aufkommen bei Nichtselbständigen
|
100
|
107
|
119
|
124
|
131
|
135
|
140
|
144
|
|
Steuereinnahmen des Gesamtstaates
|
100
|
106
|
124
|
137
|
140
|
147
|
153
|
154
|
|
Schulden des Bundes
|
100
|
110
|
119
|
124
|
140
|
145
|
155
|
171
|
|
Schulden pro Kopf
|
100
|
111
|
97
|
110
|
123
|
139
|
173
|
183
|
|
Arbeitslose
|
100
|
104
|
127
|
146
|
168
|
181
|
177
|
213
|
|
Gesamt-Staatsschulden
|
100
|
113
|
126
|
144
|
162
|
183
|
227
|
238
|
|
Zinslast im Bundesetat
|
100
|
101
|
123
|
175
|
177
|
232
|
307
|
310
|
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Einige volkswirtschaftlich wichtige Parameter im Vergleich.
Dabei wird nicht auf die absoluten
Zahlen abgestellt; dargestellt werden die prozentualen,
also die Entwicklung der einzelnen Parameter im Verhältnis
zueinander.
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... ist das Verhältnis wichtiger volkswirtschaftlicher Einzelparameter
zueinander; während das Steueraufkommen von Selbständigen,
Gewerbetreibenden und Körper-schaften ab 1991 abnahm und heute
nur noch bei 83 % des Wertes von 1989 liegt, stiegen alle anderen
Vergleichsparameter um 9 % bis 210 %.
Dabei ist gerade das o.g. Steueraufkommen von Freiberuflern, Mittelständlern
und Firmen - so differenziert es im einzelnen gesehen werden muß
- Beweis für die Tatsache, daß nach der "Gründungseuphorie"
in den neuen Bundesländern immer mehr Selbstän-dige und
Betriebe unter dem Druck der Verhältnisse das berühmte
"Handtuch werfen", bzw. keinen nennenswerten Ertrag erwirtschaften
oder Produktions- und Fertigungs-betriebe lieber außerhalb
bundesdeutscher Grenzen verlagert werden.
Halten sich die Abgabenquote und der Staatsverbrauch noch in etwa
die Waage und liegen diese (noch) unter dem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts
sowie der Verbraucherpreise (nicht gerechnet: die administrativen
Verbraucherpreise), so liegt die um 30 % binnen sieben Jahren gestiegene
Inflationsrate schon deutlich darüber, wobei die administrativen
Verbraucherpreise sogar rund doppelt so stark gestiegen sind wie
die sonstigen.
Woher bei sinkendem Steueraufkommen bei Selbständigen und Firmen
die um 41 % gestiegenen Steuereinnahmen des Bundes kommen, muß
jedem klar sein: Vornehmlich aus der Besteuerung der nicht-Selbständigen.
Doch auch die sich dort abzeichnende Entwicklung ist höchst
gefährlich; die Entlastung der Geringverdiener geht einher
mit einer ständig steigenden Belastung der besser- und gut-Verdienenden,
die natürlich per se zu einem steigenden Gefühl der Benachteiligung
führt, die Leistungsbereitschaft arg untergräbt und im
übrigen längst jenseits der Tolerabilität liegt.
Gerade die gut- und besser-Verdienenden werden überproportional
(z.B. im Vergleich zu ihren ausländischen Kollegen) besteuert
und seit Jahren mit dem Versprechen einer "grundlegenden Steuer-reform"
vertröstet.
Während die Steuereinnahmen des Bundes 1996 deutlich unter
dem Wert von 1994 liegen, sind die Steuereinnahmen des Gesamtstaates
munter weitergeklettert. Sie liegen heute mehr als 50 % über
dem Vergleichswert von 1989. Sogar noch weit mehr gestie-gen sind
jedoch die Schulden des Bundes - 71 % innerhalb der letzten sieben
Jahre.
Da jedoch die Schulden der Kommunen und der Länder sogar noch
bedeutend schnel-ler gestiegen sind, stieg auch die Verschuldung
pro Kopf auf das 1,83-fache des Wertes von 1989 - nicht zuletzt
aufgrund der Arbeitslosenquote, die um 113 % auf das 2,13-fache
angeschwollen ist.
Den "Vogel" schießen die auf das 3,1-fache gestiegenen
Zinslasten ab, die - niedriger Inflationsrate und rekordverdächtig
niedriger Zinsen zum trotz - noch weit mehr gestie-gen sind, als
die Gesamt-Staatsschulden.
Gerade aus dem Verhältnis der beiden letzten Zahlen ist leicht
zu erkennen, daß der Staat nur mit Hilfe der Vergabe neuer
Schuldtitel und weiterer Kredite überhaupt noch in der Lage
ist, alte Schulden zu bedienen. An eine Rückzahlung ist ohnehin
nicht zu denken.
Wie dilettantisch der Gesetzgeber (beileibe nicht nur) i.p. Steuerrecht
arbeitet, zeigte sich jüngst durch das Jahressteuergesetz 1996.
Davon abgesehen, daß es viel zu spät verab-schiedet wurde,
macht es - wider alle vollmundigen Ankündigungen - das Steuerrecht
nicht einfacher, sondern nach Meinung aller damit befaßter
Berufsgruppen erneut komplizierter. Außerdem - und auch das
ist typisch -: Unmittelbar nachdem es verab-schiedet wurde, mußte
es bereits wieder nachgebessert und abgeändert werden, da
Wesentliches strittig und vieles nicht bedacht oder unklar redigiert
worden war. Wie bei nahezu allen in den letzten Jahren erlassenen
Steuergesetzen und -rechtsänderungen darf auch hier mit einer
Flut von Einsprüchen, Klagen und dem Anrufen des Bundesverfas-sungsgerichtes
gerechnet werden.
Es ist nur bezeichnend für den steuergesetzgeberischen Notstand
in Deutschland, daß sogar der Vorsitzende der Steuerberaterkammer
in trautem Einklang und unter Berufung auf den Präsidenten
der Steuergewerkschaft eine Klage zum Bundesverwaltungs- und -verfassungsgericht
androhte, unter Hinweis darauf, daß das heute gültige
deutsche Steuerrecht nicht mehr umzusetzen und in vielen Bereichen
in höchstem Maße ungerecht sei.
Dies kann der Autor dieser Schrift insoweit nur bestätigen,
als er seit nunmehr fast 25 Jahren immer wieder in einem erheblichen
Gewissenskonflikt steht; als Berater seiner Mandanten hat er alle
legalen Möglichkeiten auszuschöpfen, um diesen zu helfen,
Steuern zu sparen (z.B. bei Finanzierungen, unternehmerischen Entscheidungen
und zur Disposition stehenden Beteiligungen). Dies geht dann jedoch
regelmäßig zu Lasten der Steuergemeinschaft - also vornehmlich
derjenigen Steuerzahler, die sich aufgrund ihres niedrigen Einkommens
buchstäblich nicht leisten können, ihre Steuern zu kürzen.
Dazu ein Beispiel: Ein Lediger mit einem zu versteuernden Einkommen
von DM 200.000 erwirbt eine (nach dem Fördergebietsgesetz 1995)
steuerlich hoch subventionierte Eigen-tumswohnung in Berlin im Wert
von DM 542.000. Er verkürzt damit - völlig legal und ohne
einen Pfennig an Eigenkapital einzusetzen - seine Steuer für
1995 und 1996 um sage und schreibe DM 82.384, im Gesamtzeitraum
von 7 Jahren gar um DM 266.534 -, also vier bis fünf komplette
Jahresgehälter eines Durchschnittsverdieners!
Veräußert er das Objekt nach 7 Jahren nur zum ursprünglichen
Erwerbspreis, was in diesem Falle uneingeschränkt vorausgesetzt
werden kann, so verbleibt diesem Mandan-ten/Steuerbürger ein
Gesamt-Überschuß von präzise DM 100.000 - netto,
also steuerfrei.
Bei einer vorsichtig geschätzten Wertsteigerung des Objektes
von jährlich 2 % beträgt der steuerfreie Gesamtgewinn
nach 7 Jahren bereits etwa DM 168.000, was einem durchschnittlichen
Netto-Mehreinkommen pro Jahr von über DM 24.000 entspricht
(bzw. DM 2.000 pro Monat).
Bei aller Freude für diesen Mandanten (und berechtigtem Stolz
auf die Beratungs-leistung): Dies kann nicht gerecht, sozialpolitisch
gewollt und volkswirtschaftlich intelli-gent sein.
Sich je nach Lautstärke der Argumentationen mal der einen,
mal der anderen Lobby zuzuwenden (und zu unterwerfen) und im Kleckerprinzip
unhaltbare Teilmißstände abzubauen (um an anderer Stelle
neue aufzubauen), ist moralisch fragwürdig und im Sinne des
Ganzen unhaltbar. Nur um Wählerstimmen zu fangen oder zu halten,
jedem die volle Befriedigung seiner Forderungen zuzusagen - um deren
Nichtfinanzierbarkeit sehr wohl wissend - ist verantwortungsloser
Opportunismus.
Politische Mandate wirklichen Fachleuten zu übertragen, wäre
Sache der Wähler. Das Gros der Wähler ist dazu nicht in
der Lage, weil fachlich (und wohl auch menschlich) überfordert.
Umso zwingender ist deshalb, per legem von den derzeit Verantwortlichen
ein weitsich-tiges Konzept für das politische Überleben
und eine soziale und wirtschaftliche Zukunft zu fordern.
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