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Zur Kritik:
- Diese "Einheitssteuer" ist zu starr, man braucht gerade
die Flexibilität vieler Steuern, um auf entsprechende wirtschaftliche
Situationen reagieren zu können.
- Dies mutet an, als mische ein Chemiker Farben und gäbe
dabei probehalber mehr Rot, mehr Blau, mehr Gelb hinzu, anstatt
sein Wissen auszunutzen und entsprechend Gelb und Blau zu mischen,
um ein spezifisches Grün zu erhalten.
In Wahrheit handelt es sich bei diesem Argument um den Versuch,
politische Hebel ansetzen zu können, um "hoheitlich"-dirigistisch
in wirtschaftliche Entscheidungsprozesse eingreifen zu können,
statt diese den natürlichen Kräften des Marktes zu überlassen.
Wir alle wissen, wie man den Verkehr einer Groß-stadt am
besten zusammenbrechen läßt: Man schaltet die Ampeln
ab und stellt stattdessen Verkehrspolizisten auf die Kreuzungen.
- Die Bundesrepublik Deutschland ist, was die Mehrwertsteuer anbelangt,
nicht autark, sondern in EG-Richtlinien eingebunden und deshalb
ist dieses System viel-leicht theoretisch gut, praktisch jedoch
nicht realisierbar.
- Bekanntlich basiert die Idee und der Haushalt der EG grundsätzlich
nur auf der MwSt., also auf Umsatz und Verbrauch austauschbarer
Güter und Handelswaren sowie Dienstleistungen.
Diesen Grundgedanken fortführen heißt, auf das Prinzip
einer nur auf die Effizi-enz einer Volkswirtschaft fußenden
Besteuerung von Waren- und Wirtschafts-gütern abzustellen und
damit eine leistungsorientierte und produktbezogene - damit sowohl
gerechteste als auch überschaubarste - Besteuerung als prinzipiel-len
Maßstab anzusetzen.
Daß diese völlige Neuorientierung bei benachbarten Politikern
der EU auf gleiche Einwände stieße wie bei deutschen
Politikern, ergibt sich von selbst. Es ist jedoch völlig unsinnig,
ein im wahrsten Sinne des Wortes katastrophales System unter Hinweis
darauf fortzusetzen, daß es die Anderen ja auch nicht anders
machen.
Wer als erster den Schritt in steuer- und wirtschaftspolitisches
Neuland wagte, zöge damit binnen kurzem auch die benachbarten
Handelspartner - die ja vor den gleichen Problemen stehen - mit
"ins Boot".
Würde es etwa deutsche Politiker beruhigen, wenn sie die Nachbarländer
in ähnliche katastrophale Wirtschafts- und Sozialverhältnisse
trudeln sähen, wie dies unweigerlich auf die Bundesrepublik
Deutschland zukommt?
Nur am Rande sei der fragende Hinweis
erlaubt, welche Alternativen zu der bestehenden Situation ansonsten
denkbar und praktikabel wären. Diese Systemänderung ist
natürlich nicht "über Nacht" einsetz- und verwirklichbar,
sondern muß mit einer "Inkubationszeit" von ca.
drei bis fünf Jahren erfolgen. Dies kann kein Punkt der Diskussion
sein: Was die personelle Reduzierung des Verwaltungsapparates anbelangt
(Einstellungsstop bei Beamten etc.) sowie die graduierliche Entlastung
der Soziallasten, ist hier in Zeiträumen von 20-25 Jah-ren
zu rechnen. Aber begonnen werden muß heute.
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